Das Sachsenhausen-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e.V. versteht sich von Beginn an als Interessenvertretung der ehemaligen Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen sowie ihrer Angehörigen und Nachkommen und hat sich bereits mit seiner Gründung im November 1997  für Interessierte und besonders für die junge Generation geöffnet. Es entsprach in erster Linie dem Wunsch der ehemaligen Häftlinge, dass ihr Vermächtnis auch in Zukunft bewahrt wird und ihre Interessen auch weiterhin vertreten werden    



Ausstellungen in der Gedenkstätte Sachsenhausen werden ab dem 12. Mai teilweise wieder geöffnet

 

Ab dem 12. Mai werden vier der insgesamt dreizehn Museen in der Gedenkstätte Sachsenhausen wochentags (außer montags) in der Zeit von 11.00 bis 13.00 Uhr wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Je nach Raumgröße ist die Anzahl der Personen, die sich gleichzeitig in einer Ausstellung aufhalten können, begrenzt. Vor Ort regeln Guides den Zugang und stehen für historische Erläuterungen zur Verfügung. Die Ausstellungen dürfen nur mit einem Mund-Nasen-Schutz und unter Einhaltung der geltenden Hygiene- und Abstandregeln betreten werden. Alle interaktiven Medien können aus Hygieneschutzgründen nicht genutzt werden.

 

Folgende Dauerausstellungen werden ab dem 12. Mai geöffnet:

 

·        Das KZ Sachsenhausen 1936-1945. Ereignisse und Entwicklungen

Die Ausstellung in der ehemaligen Häftlingsküche beleuchtet 51 zentrale Ereignisse aus der Geschichte des KZ Sachsenhausen, an denen die Entwicklung des Lagers exemplarisch nachvollzogen werden kann.

Dienstag bis Freitag von 11.00 bis 13.00 Uhr

 

·        Jüdische Häftlinge im KZ Sachsenhausen 1936-1945

In der Baracke 38, wo die SS zwischen November 1938 und Oktober 1942 jüdische Häftlinge zusammenpferchte und die 1992 durch einen antisemitischen Brandanschlag teilweise zerstört wurde, wird die Geschichte der jüdischen Häftlinge an exemplarischen Lebensläufen veranschaulicht.

Dienstag bis Freitag von 11.00 bis 13.00 Uhr

 

·        Die Konzentrationslager-SS 1936 bis 1945: Exzess- und Direkttäter im KZ Sachsenhausen

Im Turm A hatte die "Abteilung III (Schutzhaftlager)“ der KZ-Kommandantur ihren Sitz. Deren Angehörige übten die unmittelbare Herrschaftsgewalt über die Häftlinge aus. Ihre Tätigkeit wird in der Ausstellung dargestellt, wobei ausgewählte Exzesstaten und die Tatbeteiligten im Mittelpunkt stehen.

Dienstag, Donnerstag und Freitag von 11.00 bis 13.00 Uhr

 

·        Sowjetisches Speziallager Nr. 7/Nr. 1 (1945-1950)

Im Kernbereich des ehemaligen Konzentrationslagers hielt der sowjetische Geheimdienst von 1945 bis 1950 etwa 60.000 Menschen gefangen. Das Museum dokumentiert die Geschichte des Speziallagers und das Schicksal der Inhaftierten.

Mittwoch von 11.00 bis 13.00 Uhr

 

Das Außengelände der Gedenkstätte einschließlich der Freiluft-Ausstellung „Mord und Massenmord im KZ Sachsenhausen 1936-1945“ kann weiterhin täglich von 8.30 bis 18.00 Uhr besichtigt werden. Das Besucherzentrum ist täglich außer montags von 10.00 bis 16.00 Uhr geöffnet.

 

 

Das Archiv und die Bibliothek sind Montag bis Donnerstag von 9.00 bis 16.30 Uhr geöffnet. Da sich derzeit nur maximal zwei externe Nutzer gleichzeitig im Lesensaal aufhalten können, ist eine Voranmeldung zwingend erforderlich. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist verpflichtend.


 

Das Internationale Sachsenhausen Komitee und das Sachsenhausen-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e.V. trauern um seine Ehrenvizepräsidentin Lucienne Gouffault

 

Mit großer Trauer müssen wir mitteilen, dass die Ehrenvizepräsidentin des Internationalen Sachsenhausen Komitees, unser Freundin Lucienne Gouffault am 30. April 2020 im Alter von 91 Jahren nach langer Krankheit verstorben ist.

Es ist viele Jahrzehnte her, dass ich das erste Mal auf Lulu, wie sie von ihren Freundinnen und Freunden liebevoll genannt wurde, traf. Es war wieder einmal April und in der Gedenkstätte Sachsenhausen wurde der Jahrestag der Befreiung der Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen begangen. Eine kleine Frau, auf den Schultern ein überdimensionaler Kassettenrecorder, aus dem mit voller Lautstärke die französische Nationalhymne ertönte, führte die große französische Delegation an. Unter den Klängen der Marseillaise marschierte die französische Delegation durch den „Turm A“ in die Gedenkstätte ein. Diese Zeremonie sollte sich viele Jahrzehnte wiederholen.

Lucienne Gouffault wurde am 19. Dezember 1928 geboren und wuchs in einem katholischen Elternhaus auf. Ihr schlechter Gesundheitszustand prägte ihre gesamte Kindheit. Im Gegensatz zu ihren Altersgenossinnen durfte sie erst ab dem 10. Lebensjahr die Schule besuchen. 1945 beendete sie ihre Schule. Ihren großen Berufswunsch, die Ausbildung als Krankenpflegerin konnte sie nicht antreten.  Sie arbeitete als Angestellte in einem Büro, wo sie auch ihren späteren Mann kennenlernte.

Am 19. Mai 1951 heiratete sie den ehemaligen Sachsenhausen-Häftling Pierre Gouffault.

1955 begleitete Lucienne ihren Mann zum ersten Mal zu einem Treffen der Amicale des anciens déportés du camp de concentration d´Oranienburg-Sachsenhausen Oranienburg und nahm an einer „Pélerinage” teil.  In all den Jahren war Lulu eine treue Begleiterin und eine große Stütze ihres Mannes.

Im Jahr 1967 schied Lucienne Gouffault aus dem Berufsleben aus. Seitdem widmete sie sich ihrer Arbeit für die  „Association des déportés, internés, résistants et patriotes” und der „Amicale de Sachsenhausen“.

Jedes Jahr begleitete sie Ihren Mann, der 2002 zum Präsidenten des Internationalen Sachsenhausen Komitees gewählt wurde, zu den Befreiungsfeierlichkeiten nach Oranienburg. Gemeinsam mit ihm wurde sie Mitglied des Fördervereins der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen e.V..

Nachdem ihr geliebter „Pierrot“ am 20. Dezember 2009 verstorben war, wurde Lucienne Gouffault 2010 zur Präsidentin der Amicale des anciens déportés du camp de concentration d´Oranienburg-Sachsenhausen Oranienburg  gewählt und vertrat die französischen Häftlinge im Internationalen Sachsenhausen Komitee als Vizepräsidentin. 2015 wurde sie zur Ehrenpräsidentin der Amicale gewählt.

Im April 2016 ernannte das internationale Sachsenhausen Komitee Lucienne Gouffault auf seiner Präsidiumstagung zur Ehrenvizepräsidenten.

Wir, die internationale Gemeinschaft der im ISK zusammengeschlossenen Häftlingsorganisationen, trauern um eine liebe Freundin. Wir werden ihre bescheidene, freundliche und herzenswarme Art sehr vermissen. Die „kleine“ Lulu, die große Französin wird stets einen Platz in unserem Herzen haben. 

Unser Mitgefühl und unsere aufrichtige Anteilnahme gelten ihrer Familie sowie unseren französischen Freundinnen und Freunden.

Im Namen der Mitglieder des Internationalen Sachsenhausen Komitees

Andreas Meyer

Stellvertretender Präsident des Internationalen Sachsenhausen Komitees

Vorsitzender des Sachsenhausen-Komitees in der Bundesrepublik Deutschland e.V.


Vor 75 Jahren wurde das KZ-Außenlager Rathenow befreit

 

Im Sommer 1944 entstand in unmittelbarer Nähe zu den Arado-Flugzeugwerken ein Lager für Häftlinge aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen. In diesem Außenlager wurden ab 20. September 1944 zwischen 500 und 800 Häftlinge untergebracht und zur Zwangsarbeit für Arado gezwungen. Die Häftlinge kamen vor allem aus Belgien, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, Polen und der Sowjetunion. Meist kamen die Häftlinge aus anderen Konzentrationslagern, wie z.B. Herzogenbusch (Vught), nach Sachsenhausen und wurden wenig später nach Rathenow verlegt.

Am 25. April 1945 wurde das Außenlager des Konzentrationslagers Sachsenhausen in Rathenow durch sowjetische Soldaten der 47. Armee befreit.

Nach einer Luftbildaufnahme vom 13. März 1945 wurde im Mai 2000 auf Initiative der PDS eine Gedenktafel gegenüber dem Technologie- und Gründerzentrum (TGZ) im Gewerbegebiet Grünauer Fenn gestaltet und aufgestellt. Am 27. Januar 2020 wurde die Gedenktafel erneuert.

 

Mit Blumen wurde am 25. April 2020 der Befreiung des Außenlagers vor 75 Jahren gedacht.


Der Todesmarsch der Häftlinge des KZ Sachsenhausen

Die 1975 eingeweihte Gedenkstätte "Die Mutter" erinnert noch heute an den Todesmarsch der Häftlinge des KZ Sachsenhausen. Es befindet sich zwischen

Raben Steinfeld und Schwerin in Höhe des Störkanals an der B 321.

Am 21. und 22. April 1945 räumte die SS das Konzentrationslager Sachsenhausen. Über 33.000 Häftlinge wurden in Richtung Nordwesten getrieben. Die täglichen Marschrouten betrugen bis zu 40 Kilometer. Mehrere Tausend Häftlinge überlebten diesen Marsch nicht. Sie brachen völlig entkräftet zusammen oder wurden von den SS-Begleitern erschossen. Unter großen Strapazen und mit mehreren Stopps erreichten die Häftlinge das Gebiet zwischen Schwerin und Parchim. Einen längeren Zwischenstopp mussten die Häftlinge im Belower Wald einlegen. In der Zeit vom 23. bis 29. April 1945 wurden hier über 16.000 Häftlinge ohne Unterkunft und Verpflegung konzentriert. Der Frontverlauf änderte sich täglich. Im Zeitraum zwischen dem 2. und 4. Mai 1945 wurden die Häftlinge von sowjetischen oder amerikanischen Armee-Einheiten, etwa 200 Kilometer von Sachsenhausen entfernt, an den verschiedensten Orten befreit.

Bereits Anfang der 1950er Jahre wurde in Raben Steinfeld ein Gedenkstein aufgestellt. Hier stießen am 4. Mai 1945 am Störkanal die Ost- und die Westfront aufeinander.

Am 8. September 1975 wurde die von dem Bildhauer Gerhard Thieme geschaffene

Bronzeplastik eingeweiht. Später wurde das Denkmal durch vier Relieftafeln ergänzt.


75. Jahrestag der Befreiung der Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen


Trotz Corona - Sachsenhausen-Komitee erinnert an die Befreiung

Die Gedenkstätten Sachsenhausen, Ravensbrück, Below und Brandenburg-Görden erinnern mit einem „virtuellen 75. Jahrestag“ an die Befreiung der Häftlinge der Konzentrationslager und anderer Haftorte vor 75 Jahren. Dazu werden am 19. April zahlreiche Videobotschaften von Überlebenden und Politikern veröffentlicht.

               

Carsten Betzin und Andreas Meyer haben für das ISK und unseren Verein aus Anlass des 75. Jahrestages der Befreiung der Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen an verschiedenen Gedenkorten Blumen niedergelegt (Gedenktafel für die deutschen Häftlinge des KZ Sachsenhausen, Außenlager „Klinkerwerk“, Sowjetisches Ehrenmal in Oranienburg, Gedenkstein KZ- Außenlager Heinkelwerk, Gedenkstein Hennigsdorf, Gedenkstein KZ-Außenlager Falkensee).

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Grußwort des Vizepräsidenten des Internationalen Sachsenhausen-Komitees am 16.04.2020 an der STATION "Z"

 

Liebe Überlebende des Konzentrationslagers Sachsenhausen,

liebe Freundinnen, liebe Freunde,

sehr geehrte Damen und Herren,

 

nichts ist in diesem Jahr wie es war, nichts ist in diesem Jahr wie es sein sollte…

 

Eigentlich wollte sich in diesen Tagen, hier an diesem Ort, eine Vielzahl von Überlebenden des Konzentrationslager Sachsenhausens mit ihren Angehörigen und mit uns treffen, um gemeinsam zu gedenken und zu erinnern.

 

Dies ist leider auf Grund der aktuellen weltumfassenden Pandemie nicht möglich. Wir bedauern es sehr und hoffen, dass unserer Freundinnen und Freunde an ihren Wohnorten in vielen Ländern unserer Erde gesund sind und gemeinsam in diesen Stunden, wenn auch nicht körperlich, so doch im Geiste und über das Internet mit uns vereint sind.

                                                                     weiterlesen




Das war der Jahrestag - in der Gedenkstätte Sachsenhausen und online:

Liebe Freundinnen und Freunde,

 

was für ein Wochenende – was für ein Tag!

Mein Herz bewegt sich heute hin und her – zwischen Traurigkeit und Fröhlichkeit.

Traurig, dass die persönlichen Begegnungen und das gemeinsame Gedenken mit unseren Freundinnen und Freunden aus dem In- und Ausland pandemiebedingt ausfallen mussten. Fröhlich, dass es heute – trotz Corona - so viele Begegnungen via Internet und WhatsApp gegeben hat.

 

Trotz der engen Bestimmungen, die aktuell auf Grund der Corona-Epidemie gelten, haben viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter in den letzten Wochen und Monaten mit großem Engagement daran mitgewirkt, dass es dennoch ein würdiger Gedenktag wird. Unseren Dank habe ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gedenkstätte Sachsenhausen und der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten übermittelt.

Wir waren und sind begeistert, was die Stiftung /Gedenkstätte alles auf die Beine gestellt hat. Dies alles war sehr würdevoll und berührend!

Mich persönlich hat besonders der Donnerstag sehr bewegt. Ich war für die rbb-Aufnahmen in der Gedenkstätte Sachsenhausen. Das schöne Wetter, der leere Ort, das Vogelzwitschern (das habe ich in den zurückliegenden Jahren noch nie so wahrgenommen), das Moorsoldatenlied in der Baracke 38 vom Moka Efti Orchestra … und die kleine Zeremonie an der „Station Z“ …

Dieser Jahrestag wird in seiner Besonderheit in die Geschichte der Gedenkstätte und der Stiftung eingehen. Er wird – so glaube ich – aber auch Maßstäbe für die Zukunft setzen.

 

Das Onlineprogramm zum 75. Jahrestag der Befreiung der Häftlinge des KZ Sachsenhausen, mit dem Grußwort unseres ISK-Präsidenten Bernt H. Lund, dem Moorsoldatenlied und vielen anderen Grußworten und Beiträgen ist auf der Homepage der Stiftung zu sehen:

 

https://www.sachsenhausen-sbg.de/index.php?id=652&L=0

 

Die Dokumentation „75 Jahre Befreiung - Gedenken in Sachsenhausen und Ravensbrück“ ist in der rbb-Mediathek zu finden:

https://www.ardmediathek.de/rbb/player/Y3JpZDovL3JiYi1vbmxpbmUuZGUvcmJiZmVybnNlaGVuLzIwMjAtMDQtMTlUMTE6MDA6MDBfM2E5NDQ5MzEtZmUwNy00Y2VkLWIzNTctYzMwYjg4NGRkYjY2L3NvbmRlcnNlbmR1bmdlbl8yMDIwMDQxOV9nZWRlbmtlbl9pbl9zYWNoc2VuaGF1c2VuX3VuZF9yYXZlbnNicnVlY2s/gedenken-in-sachsenhausen-und-ravensbrueck

 

Der ökumenische Gottesdienst  zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen wurde ebenfalls in die rbb-Mediathek gestellt :

 

https://www.ardmediathek.de/rbb/player/Y3JpZDovL3JiYi1vbmxpbmUuZGUvZGVyLXJiYi1tYWNodHMvMjAyMC0wNC0xOVQxMDoxNTowMF9mMWI4MDYxNi1kYjcyLTRkMzEtYjBiZC0yNzVmOTUyNzIzMzAvY2hyaXN0bGljaC1qdWVkaXNjaGVyLWdvdHRlc2RpZW5zdC1pbi1kZXItbWFyaWEtcmVnaW5hLW1hdHlyaXVtLWdlZGVua2tpcmNoZQ/christlich-juedischer-gottesdienst

 

https://www.rbb-online.de/derrbbmachts/gottesdienst/christlich-juedischer-gottesdienst-in-der-maria-regina-matyrium-gedenkkirche.html

 

Ich freue mich, dass wir heute im Kontakt gewesen sind und freue mich auf ein Wiedersehen im April 2021!

Bis dahin, bleibt alle gesund!

Liebe Grüße und fühlt Euch umarmt

 

Andreas


Erklärung von Lagergemeinschaften, Komitees und Interessenverbänden ehemaliger Häftlinge zum 75. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager

Vermächtnis bewahren und weitertragen in Gegenwart und Zukunft

Vor 75 Jahren wurden die Häftlinge der Konzentrationslager durch Angehörige der sowjetischen, amerikanischen, britischen, französischen und polnischen Streitkräfte befreit. Nach ihrer Befreiung haben die ehemaligen Häftlinge Interessenverbände aufgebaut und deren Ar- beit jahrzehntelang maßgeblich mitgestaltet. Sie haben sich in den zurückliegenden 75 Jahren immer wieder getreu dem Schwur von Buchenwald dafür engagiert, eine Wiederkehr des Nazismus und sei- ner unmenschlichen Verbrechen zu verhindern.                     weiterlesen

Esther Bejarano, Überlebende der Konzentrationslager Auschwitz und Ravensbrück, hat 75 Jahre nach der Befreiung des KZ Auschwitz am 27. Januar 1945 einen Brief an den Bundespräsidenten, an die Bundeskanzlerin und die Mitglieder des Bundestages geschrieben. Darin fasst sie ihre Erfahrungen der letzten 75 Jahre nach ihrer Befreiung aus den Konzentrationslagern zusammen, gibt Ratschläge und adressiert Forderungen an die Regierenden und alle, die aus der Geschichte lernen wollen.

Ratschläge und Forderungen, die dringend verbreitet, diskutiert und durchgesetzt werden sollten.                                                                 weiterlesen



Das Internationale Sachsenhausen Komitee und das Sachsenhausen-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e.V. trauern um den ehemaligen ukrainischen Häftling Wladimir K. Wojewodtschenko.

Mit großer Trauer müssen wir mitteilen, dass der langjährige Vizepräsident des Internationalen Sachsenhausen-Komitees, unser Freund Wladimir K. Wojewodtschenko am 2. April 2020 im Alter von 93 Jahren verstorben ist.

Wladimir K. Wojewodtschenko wurde am 13. April 1926 geboren. Er wuchs in der Kosakenregion Saporischja in der Südukraine auf und lebte bis zu seinem Tode in der Stadt Huliaipole. 

Nach dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 und der Besetzung der Ukraine wurde Wladimir K. Wojewodtschenko zur Zwangsarbeit verschleppt, von wo er mehrmals zu fliehen versuchte. Nach der letzten Flucht wurde er verhaftet und nach Deutschland verschleppt. Im Berliner Polizeipräsidium am Alexanderplatz wurde der erst 16-Jährige gequält und später in das Arbeitserziehungslager der Gestapo in Berlin-Wuhlheide verlegt.

Von hier gelang ihm erneut die Flucht. Nach mehreren Tagen wurde er unweit der Stadt Schneidemühl (heute Stadt Piła) aufgegriffen. In dem Gefängnis Schneidermühl wurde er brutal geschlagen, so dass er sich kaum noch bewegen konnte. Er wurde von polnischen Kameraden versorgt und gepflegt. Danach erfolgte die Rückführung nach Berlin, wo er ins Gefängnis Spandau verbracht wurde.

Am 24. Juli 1942 kam er in das Konzentrationslager Sachsenhausen. Hier wurde aus dem 16-jährigen Wladimir der Häftling mit der Nummer 45132. Total erschöpft kam er nach der Quarantäne in den Block 10 für Minderjährige.

Im Lager war er in unterschiedlichen Arbeitskommandos eingesetzt – so im Sperr-Kommando unweit des Klinkerwerks, im Waldkommando und in der Kraftfahrtechnischen Versuchsabteilung“ (KVA).

1944 wurde er nach seinem 18. Geburtstag in den Block 45 verlegt.

Am 20./21.April 1945 wurde Wladimir K. Wojewodtschenko gemeinsam mit über 33.000 Kameraden auf den Todesmarsch getrieben und am 7. Mai 1945 bei Crivitz befreit.

Wladimir K. Wojewodtschenko war in seinem Heimatland in zahlreichen Verbänden organisiert. So vertrat er in der Ukrainischen Organisation der antifaschistischen Widerstandskämpfer (ehemaliger Häftlinge faschistischer Konzentrationslager) die ehemaligen Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen. Nicht nur in seiner Heimat war er ein gefragter Zeitzeuge.

Wladimir K. Wojewodtschenko war viele Jahrzehnte als Vertreter der ukrainischen Häftlinge im Internationalen Sachsenhausen Komitee (ISK) als Vizepräsident aktiv, bis er 2017 aus gesundheitlichen Gründen von seinen Funktionen im ISK zurücktreten musste.

Das Internationale Sachsenhausen Komitee ernannte Wladimir K. Wojewodtschenko auf seiner Präsidiumstagung im April 2017 zum Ehrenvizepräsidenten.

Wir, die internationale Gemeinschaft der im ISK zusammengeschlossenen Häftlingsorganisationen, trauern um einen lieben Freund. Wir werden seine bescheidene und herzliche Art sehr vermissen. Er wird stets einen Platz in unserem Herzen haben. 

Unser Mitgefühl und unsere aufrichtige Anteilnahme gelten seiner Familie sowie seinen Freundinnen und Freunden.

Im Namen der Mitglieder des Internationalen Sachsenhausen Komitees

 

Andreas Meyer

Stellvertretender Präsident des Internationalen Sachsenhausen Komitees

Vorsitzender des Sachsenhausen-Komitees in der Bundesrepublik Deutschland e.V.


Das Sachsenhausen-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e.V. und das Internationale Sachsenhausen Komitee trauern um Regina Szepansky

 

 

 

 

 

Mir fehlen die Worte und mein Herz ist schwer … Ich habe die traurige Pflicht euch mitzuteilen, dass gestern, am 13.September 2019 unsere Freundin Regina Szepansky im Alter von 54 Jahre in Berlin verstorben ist.

 

Regina wurde am 13. Juni 1965 als Tochter von Gerda und Wolfgang Szepansky in Berlin geboren. Wolfgang Szepansky (1910-2008) war als politischer Häftling im Konzentrationslager Sachsenhausen vom 17.10.1940 bis 31.5.1941 und vom 1.7.1943 bis zu seiner Befreiung auf dem Todesmarsch am 2.5.1945 inhaftiert. Von Mitte der 1960er bis Anfang der 1990er Jahre war er Vorsitzender des Sachsenhausen-Komitees West-Berlin, Mitglied des ISK und später Vorstandsmitglied des Sachsenhausen-Komitees in der Bundesrepublik Deutschland e.V.. Gerda Szepansky (1925-2004) arbeitete als Journalistin, Lehrerin und zuletzt als freie Autorin. Sie veröffentlichte u.a. 1983 das Buch „Frauen leisten Widerstand“. Beide Eltern waren nach dem Krieg in West-Berlin politisch aktiv. Beide erhielten 1996 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Das politische Leben im Hause Szepansky ging auch an Regina und ihren Brüdern nicht spurlos vorbei.

 Regina studierte an der Freien Universität Berlin Religionswissenschaft, Germanistik, Ethnologie und Psychologie. Dieses Studium schloss sie mit dem Magister Artium in den Hauptfächern Religionswissenschaft und Germanistik ab.

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Über viele Jahrzehnte hinweg war Regina ein großer und wichtiger Pfeiler für die umfangreiche Erinnerungsarbeit im deutschen und internationalen Sachsenhausen Komitee. 

Seit 2006 war sie stellvertretende Vorsitzende des Sachsenhausen-Komitees in der Bundesrepublik Deutschland e.V. 

Es war ihr immer wichtig, dass diese Arbeit der Komitees - auch in Erinnerung an ihren Vater und seiner Kameraden - fortgeführt wird. Seit 2007 war sie Mitglied der Revisionskommission und Schriftführerin des Internationalen Sachsenhausen Komitees.

Sie war freiberuflich im Kulturbereich tätig und hat so viele Projekte u.a. als Lektorin unterstützt. Seit 2013 ist Regina Szepansky als Projektleiterin der Ausstellungsinstallation „Wir waren Nachbarn − Biografien jüdischer Zeitzeugen“ im Rathaus Berlin-Schöneberg tätig gewesen.

Im Jahr 2012 war sie Mitglied der Jury des Oranienburger Toleranzpreises und 2014, 2016 und 2018 der Jury des Franz-Bobzien-Preises. Dieser Preis wird von der Stadt Oranienburg gemeinsam mit der Gedenkstätte und dem Museums Sachsenhausen verliehen.

Erst im Sommer 2019 wurde sie zum Beiratsmitglied der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten benannt.

 

Wir, die Mitglieder des Sachsenhausen-Komitees in der Bundesrepublik Deutschland e.V. und die internationale Gemeinschaft der im ISK zusammengeschlossenen Häftlingsorganisationen, trauern um eine liebe Freundin. Wir werden ihre hilfsbereite, bescheidene, empathische und freundliche Art sehr vermissen. Sie wird eine große Lücke hinterlassen. Regina wird stets einen Platz in unserem Herzen haben. 

 

Unser tiefes Mitgefühl und unsere aufrichtige Anteilnahme gelten ihrem Mann und ihrer Tochter.

Im Namen der Mitglieder des Sachsenhausen-Komitees in der Bundesrepublik Deutschland e.V. und des Internationalen Sachsenhausen Komitees

 

Andreas Meyer

Stellvertretender Präsident des Internationalen Sachsenhausen Komitees

Vorsitzender des Sachsenhausen-Komitees in der Bundesrepublik Deutschland e.V.



 

Das Internationale Sachsenhausen Komitee und das Sachsenhausen-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e.V. trauern um den ehemaligen Häftling Helmut Zwi Steinitz

 

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Das Internationale Sachsenhausen Komitee und das Sachsenhausen-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e.V. trauern um den ehemaligen tschechischen Häftling Dr. Vojmír Srdečný

Mit großer Trauer müssen wir mitteilen, dass der langjährige Vizepräsident des Internationalen Sachsenhausen Komitees, unser Freund Vojmír Srdečný am 14. August 2019 im Alter von 99 Jahren verstorben ist.

 

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Erklärung


Der Vorstand des Fördervereins der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen e.V. für den Förderverein / November 2018

 

Zur Zukunft der Erinnerung – Sachsenhausener Erklärung

 

Wir, die Mitglieder des Fördervereins der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen e.V., sind beunruhigt. Wir sind Nachkommen von Häftlingen, die überlebt haben oder ermordet wurden, von Tätern, Mitläufern und anderen Zeitgenossen des Nationalsozialismus. Wir kommen aus allen Teilen der Gesellschaft. Wir leben in Oranienburg, Berlin oder an anderen Orten.

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App zu Außenlagern des KZ Sachsenhausen in Berlin

 

Am 13. Januar 2019 wurde im Festsaal des Abgeordnetenhaus von Berlin durch den Verein Initiative KZ-Außenlager Lichterfelde e.V. eine neue App freigeschaltet. Ihr Name lautet "Satellite Camps App" und sie beschäftigt sich mit 6 Außenlagern des Konzentrationslagers Sachsenhausen, die sich auf dem Berliner Stadtgebiet befanden. Im Mittelpunkt stehen die Außenlager Lichterfelde, Neukölln, Schönholz, Moabit/Müggelheim, Haselhorst und das Außenkommando Fichtenberg (Steglitz).

weitere Informationen

 


GEDENKSTÄTTEN ZUR ERINNERUNG AN DIE NS-VERBRECHEN IN DEUTSCHLAND RUFEN AUF ZUR VERTEIDIGUNG DER DEMOKRATIE

Die 7. Bundesweite Konferenz hat vom 11-13. Dezember 2018 in Berlin stattgefunden. Sie dient der Vernetzung der Gedenkstätten für NS-Opfern auf allen Ebenen.  

Zur Resolution


Das Sachsenhausen-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland trauert um sein Vorstandsmitglied und seinen Freund Jonny Valentin.

 

Jonny Valentin verstarb am 12.Januar 2019 im Alter von 94 Jahren in Magdeburg. Er gehörte zu den letzten deutschen Zeitzeugen, die noch über ihre Zeit im Konzentrationslager Sachsenhausen berichten können.

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Liebe Freundinnen und Freunde.

mit tiefer Traurigkeit und großer Betroffenheit haben wir heute erfahren, dass unsere Freundin Renate Leuschner am 5. Oktober 2018 im Alter von 94 Jahren verstorben ist.

Renate Leuschner wurde am 9.9.1924 in Berlin geboren. Sie war Gründungsmitglied des Sachsenhausen-Komitees in der Bundesrepublik Deutschland e.V. und wirkte hier über viele Jahre mit großem Sachverstand im Vorstand mit.

Tatkräftig unterstützte sie die Arbeit des Internationalen Sachsenhausen Komitees. Besonders ihr unermüdliches und nachhaltiges Engagement für die ehemaligen Häftlinge aus Russland, Belorussland und der Ukraine haben ihr große Anerkennung eingebracht und wird für alle unvergesslich bleiben.

Ihre menschliche Wärme, ihre tiefe Herzlichkeit, ihre Solidarität, ihre nie versiegende Freundlichkeit, ihre große Bescheidenheit, ihre außergewöhnliche Energie und Verbundenheit wird uns allen sehr fehlen.

Wir verlieren mit Renate Leuschner eine gute Freundin, eine engagierte Mitstreiterin und eine große Internationalistin!




Der norwegische Überlebende Bernt Lund ist neuer Präsident des Internationalen Sachsenhausen Komitees

Präsidiumssitzung in Oranienburg

Das Präsidium des Internationalen Sachsenhausen Komitees hat heute (20. April 2018) in Oranienburg Bernt Lund zum neuen Präsidenten gewählt. Der 93-jährige norwegische KZ-Überlebende tritt damit die Nachfolge von Roger Bordage an, der im August 2017 verstorben ist. Als stellvertretender Präsident wurde Andreas Meyer (Deutschland), als Generalsekretär Dik de Boef (Niederlande) und als Schatzmeister André Lassague (Frankreich) wiedergewählt. 

ISK-Generalsekretär Dik de Boef sagte nach der Wahl: „Wir sind Bernt Lund außer-ordentlich dankbar, dass mit ihm noch einmal ein Zeitzeuge an der Spitze des ISK steht.“ 

Der 1924 in Oslo geborene Bernt Lund stammt aus einer sozialdemokratischen Familie, die politische Flüchtlinge unterstützte und Widerstand gegen die deutsche Besatzung leistete. 1942 wurde Lund von der Gestapo verhaftet und in das norwegische KZ Grini verbracht. Im März 1944 kam er in das KZ Sachsenhausen. Nach dem Krieg studierte er Politikwissenschaften. Lund war lange Jahre als Diplomat für den Auswärtigen Dienst Norwegens tätig, u.a. als Botschafter in Namibia. Seit vielen Jahren vertritt er die norwegischen Sachsenhausen-Überlebenden als Vizepräsident des Internationalen Sachsenhausen Komitees. 

(Text und Bild sind entnommen aus: http://www.stiftung-bg.de/gums/de/)

 Die nächsten Termine in der Gedenkstätte:

 

Über geplante Veranstaltungen in der Gedenkstätte informiert  auch die Website der Gedenkstätte:

http://www.stiftung-bg.de/gums/de/

  

 


Gedenkveranstaltung und Einweihung des Denkmals für die am 11. Oktober 1944 ermordeten 27 Häftlinge.

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