Das Sachsenhausen-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e.V. versteht sich von Beginn an als Interessenvertretung der ehemaligen Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen sowie ihrer Angehörigen und Nachkommen und hat sich bereits mit seiner Gründung im November 1997  für Interessierte und besonders für die junge Generation geöffnet. Es entsprach in erster Linie dem Wunsch der ehemaligen Häftlinge, dass ihr Vermächtnis auch in Zukunft bewahrt wird und ihre Interessen auch weiterhin vertreten werden    



aktuell:

 Die nächsten Termine in der Gedenkstätte:

  

Öffentliche Führung am Sonntag, 18. Februar 2018, 14.00 Uhr

 

Die Konzentrationslager-SS 1936-1945: Arbeitsteilige Täterschaft

 

Im Mittelpunkt der Dauerausstellung „Arbeitsteilige Täterschaft“, die im weitgehend original erhaltenen ehemaligen Haus des KZ-Kommandanten gezeigt wird, stehen die Organisationsstruktur der Lager-SS sowie ausgewählte Biografien der Täter.

Eine Führung mit Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Treffpunkt: Besucherinformationszentrum

Teilnahmegebühr: 3 Euro (ermäßigt 2 Euro)

 

Depoteröffnung / Tag der offenen Tür

So, 25. Februar 2018, 14.00 Uhr

 

Eröffnung der neuen Sammlungsräume der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen

Begrüßung: Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Grußworte: Andrzej Przyłębski, Botschafter von Polen

Dr. Ulrike Gutheil, Staatssekretärin des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

Ort: Veranstaltungsraum

anschließend: Besichtigung der neuen Depoträume, Ausstellungseröffnung, Depotführungen, Präsentationen

 

Tagung

Mi, 28. Februar 2018, 18.30 bis 20.30 Uhr

 

Erinnerungen für die Zukunft. Die Gedenkstätte Sachsenhausen als Friedhof

Begrüßung: Heinz-Joachim Lohmann, Ev. Akademie zu Berlin

Vortrag: Zwischen Gedenken, Trauer und historischer Bildung. Die Gedenkstätte Sachsenhaussen als Friedhof und Lernort

Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Ort: Haus der Ev. Kirche Deutschland, Charlottenstraße 53/54, 10117 Berlin

Anmeldung (bis 23.2.): huschke@eaberlin.de

In Kooperation mit der Evangelische Akademie zu Berlin

 

Öffentliche Führung

So, 11. März 2018, 14.00 Uhr

 

Sachsenhausen: Konzentrationslager - Speziallager - Gedenkstätte (Überblicksführung)

Die Führung durch die Gedenkstätte thematisiert die verschiedenen Phasen der Geschichte von Sachsenhausen - das Konzentrationslager (1936-1945), das sowjetische Speziallager (1945-1950) und die 1961 eröffnete Nationale Mahn- und Gedenkstätte der DDR.

Treffpunkt: Besucherinformationszentrum

Teilnahmegebühr: 3 Euro (ermäßigt 2 Euro)

 

Ausstellungseröffnung

So, 18. März 2018, 14.00 Uhr

 

„Religion: evangelisch“. Protestanten im KZ Sachsenhausen 1936-1945

Eine Wanderausstellung der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen in Kooperation mit der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz

Ort: Neues Museum

 

Öffentliche Führung

So, 18. März 2018, 14.00 Uhr

 

Die Stadt und das Lager

Die Führung thematisiert die vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen dem KZ Sachsenhausen und der Stadt Oranienburg und ihren Einwohnern. Dabei wird auch die kleine Ausstellung zu diesem Thema im „Turm E“ einbezogen.

Treffpunkt: Besucherinformationszentrum

Teilnahmegebühr: 3 Euro (ermäßigt 2 Euro)

 

Öffentliche Führung

So, 8. April 2018, 14.00 Uhr

 

Sachsenhausen: Konzentrationslager - Speziallager - Gedenkstätte (Überblicksführung)

Die Führung durch die Gedenkstätte thematisiert die verschiedenen Phasen der Geschichte von Sachsenhausen - das Konzentrationslager (1936-1945), das sowjetische Speziallager (1945-1950) und die 1961 eröffnete Nationale Mahn- und Gedenkstätte der DDR.

Treffpunkt: Besucherinformationszentrum

Teilnahmegebühr: 3 Euro (ermäßigt 2 Euro)

 

Vortrag

Di, 10. April 2018, 18.30 Uhr

Martin Niemöller im KZ Sachsenhausen 1938-1941: Isolation und Konversion

 

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Benjamin Ziemann

Moderation: Dr. Ulrich Prehn, Kurator der Ausstellung „‘Religion: evangelisch‘. Protestanten im KZ Sachsenhausen“

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Ort: Besucherinformationszentrum

 

Ausstellungseröffnung

So, 15. April 2018, 14.00 Uhr

 

Der Weg in den Abgrund. Das Jahr 1938

Ort: Neues Museum

Eine Wanderausstellung der Ständigen Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum

 

Öffentliche Führung

So, 15. April 2018, 14.00 Uhr

 

Das sowjetische Speziallager Nr. 7 / Nr. 1 in Sachsenhausen (1945-1950)

Die Führung thematisiert die Geschichte des sowjetischen Speziallagers und das Schicksal der rund 60.000 Inhaftierten, von denen 12.000 an Hunger und Krankheiten verstarben. Einen Schwerpunkt bildet die Besichtigung des Speziallager-Museums.

Treffpunkt: Besucherinformationszentrum

Teilnahmegebühr: 3 Euro (ermäßigt 2 Euro)

 

Ausstellungseröffnung

Di, 17. April 2018, 16.00 Uhr

Terror in der Provinz Brandenburg. Frühe Konzentrationslager 1933/34

 

Einführung: Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Ort: Stadtmuseum Eisenhüttenstadt

Eine Ausstellung der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten/Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

 

Sa - Mo, 21. bis 23. April 2018

73. Jahrestag der Befreiung der Häftlinge des KZ Sachsenhausen

 

Sa, 21. April 2018, 17.00 Uhr

In memoriam Roger Bordage (1925-2017) und Mark Tilewitsch (1922-2017)

Ort: Besucherzentrum

So, 22. April 2018

11.00 Uhr: Verleihung des Franz-Bobzien-Preises 2018

Laudatio: Dr. Dietmar Woidke, Ministerpräsident des Landes Brandenburg

Ort: Veranstaltungsraum

In Kooperation mit der Stadt Oranienburg

14.00 Uhr Begrüßung und dezentrale Gedenkveranstaltungen

15.30 Uhr: Zentrale Gedenkveranstaltung am Gedenkort „Station Z“

Ansprachen: Dr. Dietmar Woidke, Ministerpräsident des Landes Brandenburg (angefragt)

Leon Schwarzbaum, Überlebender des KZ Sachsenhausen

Kranzniederlegung

Mo, 23. April 2018, 10.00 Uhr

Gedenkveranstaltung am ehemaligen KZ-Außenlager „Klinkerwerk“

Ort: Gedenkort Klinkerwerk, An der Lehnitzschleuse, 16515 Oranienburg

In Kooperation mit dem Internationalen Sachsenhausen Komitee

 

Gedenkveranstaltung

Fr, 4. Mai 2018, 19.30 Uhr

 

Gedenkveranstaltung der Botschaft des Königreichs der Niederlande

Ansprache: Wepke Kingma, niederländischer Botschafter

Kranzniederlegung im ehemaligen Erschießungsgraben

 

Öffentliche Führung

So, 13. Mai 2018, 14.00 Uhr

 

Sachsenhausen: Konzentrationslager - Speziallager - Gedenkstätte (Überblicksführung)

Die Führung durch die Gedenkstätte thematisiert die verschiedenen Phasen der Geschichte von Sachsenhausen - das Konzentrationslager (1936-1945), das sowjetische Speziallager (1945-1950) und die 1961 eröffnete Nationale Mahn- und Gedenkstätte der DDR.

Treffpunkt: Besucherinformationszentrum

Teilnahmegebühr: 3 Euro (ermäßigt 2 Euro)

 

Filmvorführung und Gespräch

Do, 17. Mai 2018, 18.30 Uhr

„Ein deutsches Leben“

 

Ein Dokumentarfilm (BRD 2016, 113 Min.) über Brunhilde Pomsel, die von 1942 bis April 1945 im Reichspropagandaministerium als persönliche Stenographin von Joseph Goebbels tätig war. Nach dem Krieg war sie in den Speziallagern Hohenschönhausen, Buchenwald und Sachsenhausen inhaftiert.

Einführung: Dr. Enrico Heitzer, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen

Ort: Besucherinformationszentrum

 

Öffentliche Führung

So, 20. Mai 2018, 14.00 Uhr

Das KZ Sachsenhausen 1936-1945. Ereignisse und Entwicklungen

 

Die Ausstellung in der ehemaligen Häftlingsküche beleuchtet zentrale Ereignisse aus der Geschichte des KZ Sachsenhausen, sie veranschaulicht Veränderungen und Kontinuitäten, Phasen und Zäsuren.

Treffpunkt: Besucherinformationszentrum

Teilnahmegebühr: 3 Euro (ermäßigt 2 Euro)

 

Vortrag und Diskussion

Mi, 23. Mai 2018, 18.30 Uhr

1938 – Hitler und die Deutschen proben Raub, Mord und Krieg

 

Vortrag und Diskussion mit Dr. Götz Aly, Historiker und Journalist

Moderation: Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Ort: Besucherinformationszentrum

 

Film und Zeitzeugengespräch

Di, 5. Juni 2018, 18.30 Uhr

Alles um zu überleben – Reinhard Wolff. Als Jugendlicher im sowjetischen Speziallager Sachsenhausen

anschließend: Dr. Enrico Heitzer, wiss. Mitarbeiter der Gedenkstätte Sachsenhausen, im Gespräch mit Reinhard Wolff

Ein Projekt mit Schülern und Schülerinnen des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums Oranienburg der Gedenkstätte Sachsenhausen in Kooperation mit Waidak Media e.V., gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Ort: Gutshof Fredersdorf, Ernst-Thälmann-Str. 30, 15370 Fredersdorf-Vogelsdorf

In Kooperation mit dem Heimatverein Fredersdorf-Vogelsdorf e.V.

 

Öffentliche Führung

So, 10. Juni 2018, 14.00 Uhr

Sachsenhausen: Konzentrationslager - Speziallager - Gedenkstätte (Überblicksführung)

Die Führung durch die Gedenkstätte thematisiert die verschiedenen Phasen der Geschichte von Sachsenhausen - das Konzentrationslager (1936-1945), das sowjetische Speziallager (1945-1950) und die 1961 eröffnete Nationale Mahn- und Gedenkstätte der DDR.

Treffpunkt: Besucherinformationszentrum

Teilnahmegebühr: 3 Euro (ermäßigt 2 Euro)

 

Öffentliche Führung

So, 17. Juni 2018, 14.00 Uhr

„Asoziale“ im KZ Sachsenhausen

Im Juni 1938 transportierte die SS im Zuge einer reichsweiten Verhaftungsaktion über 6.000 als „arbeitsscheu“ bezeichnete Männer in das KZ Sachsenhausen, unter ihnen auch viele Sinti und Roma.

Treffpunkt: Besucherinformationszentrum

Teilnahmegebühr: 3 Euro (ermäßigt 2 Euro)

 

Konzert

So, 17. Juni 2018, 17.00 Uhr

Kammerkonzert anlässlich der Übergabe des Flügels der Berliner Komponistin Ursula Mamlok (1923-2016)

Mit Werken von Ursula Mamlok und Johannes Brahms

Ort: Veranstaltungssaal in der ehem. Häftlingswäscherei

In Kooperation mit der Ursula-Mamlok-Stiftung

 

Zeitzeugengespräch

Di, 19. Juni 2018, 18.30 Uhr

Sommer 1948 - Entlassung aus dem sowjetischen Speziallager Sachsenhausen

Günter Hanisch, Hubert Polus und Reinhard Wolff berichten über die Situation im sowjetischen Speziallager Sachsenhausen im Sommer 1948 und ihre Entlassung.

Moderation: Dr. Enrico Heitzer, wissenschaftlicher Mitarbeiter

Ort: Besucherinformationszentrum

 

 

Aktuelle Ausstellungen

 

„Religion: evangelisch“. Protestanten im Konzentrationslager Sachsenhausen 1936-1945

Neben bekannten Vertretern der „Bekennenden Kirche“ wie Martin Niemöller waren im KZ Sachsenhausen zahlreiche evangelische Christen aus vielen Ländern Europas inhaftiert, die aufgrund ihres Glaubens Widerstand gegen den Nationalsozialismus geleistet hatten. Neben Biografien von Häftlingen werden auch zwei Täter präsentiert, die der evangelischen Kirche angehörten.

Eine Wanderausstellung der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen in Kooperation mit der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz

Ort: Neues Museum (19. März bis 27. Mai 2018)

 

Der Weg in den Abgrund: Das Jahr 1938

Das Jahr 1938 stellt einen Scheitelpunkt in der nationalsozialistischen Terrorherrschaft dar: Mit dem „Anschluss“ Österreichs im März und der Zerschlagung der Tschechoslowakei ab Herbst beginnt das Deutsche Reich, die nach dem Ersten Weltkrieg festgelegte Grenzordnung zu zerstören. Die „Aktion Arbeitsscheu Reich“ im Sommer, die Abschiebung Tausender polnischer Juden im Oktober und die staatlich organisierte antisemitische Gewalt um den 9. November 1938 markieren eine neue Stufe der nationalsozialistischen Politik gegen Juden und Menschen, die nicht zur „Volksgemeinschaft“ gehören sollten. Im Jahr darauf beginnt mit dem deutschen Angriff auf Polen am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg.

Eine Wanderausstellung der Ständigen Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum.

Ort: Neues Museum (13. April bis 1. Juli 2018)

 

19. Werkstattausstellung „Neuerwerbungen aus Archiv und Depot“

Sowjetisches Speziallager Nr. 7/Nr. 1 in Sachsenhausen. Haftalltag und Erinnerung

Die Werkstattausstellung thematisiert exemplarisch anhand ausgewählter Exponate, die erstmals öffentlich gezeigt werden, die Breite und Vielfalt von Nachlässen ehemaliger Speziallagerhäftlinge, die in den letzten Jahren an die Gedenkstätte Sachsenhausen übergeben wurden.

Ort: Foyer des Veranstaltungsraumes (bis Ende 2018)

 

Stefan Rowecki - GROT. Sonderhäftling im KZ Sachsenhausen 1943/44

Stefan Rowecki (1895-1944), Deckname „Grot“ (Speerspitze), war seit Juni 1940 Oberkommandierender der polnischen Untergrundarmee. Am 30. Juni 1943 wurde er von der Gestapo in Warschau verhaftet und nach Verhören in Berlin Mitte Juli 1943 in den Zellenbau des KZ Sachsenhausen verschleppt. Wenige Tage nach Ausbruch des Warschauer Aufstandes am 1. August 1944 wurde General Rowecki im KZ Sachsenhausen ermordet.

Ort: Zellenbau

 

Wanderausstellung

Terror in der Provinz Brandenburg. Frühe Konzentrationslager 1933/34

Die Wanderausstellung erinnert an die frühen Konzentrationslager in der damaligen Provinz Brandenburg und die dort inhaftierten ersten Opfer des NS-Terrors.

Eine Ausstellung der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten/Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Hans-Sielmann-Oberschule, Elstal (bis 23. März 2018)

Stadtmuseum Eisenhüttenstadt (18. April bis 1. Juni 2018)

 

 

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Straße der Nationen 22

16515 Oranienburg

 

Tel. 03301-200 0

Besucherdienst / Anmeldung: 03301-200 200

Fax 03301-200-201

Email: besucherdienst@gedenkstaette-sachsenhausen.de

Internet: www.gedenkstaette-sachsenhausen.de

 

Öffnungszeiten

15. März bis 14. Oktober: täglich 8.30 - 18.00 Uhr

15. Oktober bis 14. März: täglich 8.30 - 16.30 Uhr

Während der Winteröffnungszeit sind die Museen montags geschlossen. Die Open-air-Dokumentation "Mord und Massenmord im KZ Sachsenhausen", der Gedenkort "Station Z" sowie das Besucherinformationszentrum sind geöffnet.

Archiv und Bibliothek: dienstags bis freitags von 9.00 - 16.30 Uhr


Roger Bordage verstarb am 5. August 2017, im Alter von 92 Jahren im Kreise seiner Familie. Er gehörte zu den letzten Zeitzeugen, die noch über ihre Zeit im Konzentrationslager Sachsenhausen berichten konnten.
Roger Bordage wurde am 2. April 1925 in Paris geboren. Sein Vater war Pelzeinkäufer und seine Mutter Hutmacherin.

 Am 14. Juni 1940 marschierten deutsche Truppen in Paris ein. In Roger wuchs der Wunsch, etwas gegen die Besatzer zu unternehmen. Gemeinsam mit Freunden wollte er sich den Forces francaises libres, den Freien Französischen Streitkräften, anschließen. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg Richtung Spanien und überquerten in der Nacht zum 13. März 1943 die Grenze.

 Doch schon hier fand ihr Unternehmen ein jähes Ende. Wenige Stunden nach ihrem Grenzübertritt wurden sie verhaftet und in das Hauptquartier des Sicherheitsdienstes nach Saint-Jean Pied de Port verschleppt, wo sein Leidensweg begann. Nach brutalen Verhören führte sein Weg weiter über Bordeaux nach Compiégne.


Am 8. Mai 1943 wurde er mit einer Vielzahl von Mitgefangenen von der SS abgeholt und in einen Güterwagen gepfercht. Die 48-stündige Fahrt ging nach Deutschland, das Konzentrationslager Sachsenhausen war das Ziel. Den Weg vom Bahnhof ins Konzentrationslager musste er barfuß zurücklegen. Die SS hatte den Gefangenen die Schuhe abgenommen, um eine mögliche Flucht zu verhindern. Diese Situation hat Roger nie vergessen, sie hat sich in seinen Erinnerungen eingebrannt.

 Roger Bordage musste in den Außenlagern Heinkel und Klinker arbeiten. Die letzten Monate war er im Hauptlager gefangen, bevor er im April 1945 auf den Todesmarsch in Richtung Norden getrieben wurde. Am 3. Mai 1945 erlebte er in der Nähe von Parchim seine Befreiung. Zu der Zeit wog er, inzwischen 20 Jahre alt, nur noch 35 Kilo.

 

Nach einem kurzen Aufenthalt in einem Militärhospital in Lille sah Roger Ende Mai 1945 seine Familie wieder. 1949 begann er ein Studium der Erziehungswissenschaft an der New York University und kehrte 1953 nach Frankreich zurück. Zunächst war er beim französischen Außenministerium und dann 30 Jahre lang bei der UNESCO tätig. Hier wirkte er an Entwicklungsprogrammen in Lateinamerika, Afrika und Asien mit.

 

Nach Beendigung seiner beruflichen Laufbahn engagierte sich Roger Bordage in der französischen Amicale und viele Jahre im Internationalen Sachsenhausen Komitee. Nach dem Tod von Pierre Gouffault wurde Roger Bordage auf der Präsidiumstagung 2010 in Oranienburg zum Präsidenten des Internationalen Sachsenhausen Komitees gewählt. 

In dieser Funktion setzte er sich unermüdlich für die Interessen der ehemaligen Häftlinge ein, war Mitglied des Beirats der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und an der Durchsetzung sowie der Gestaltung vieler Vorhaben der Gedenkstätte Sachsenhausen beteiligt, so u. a. beim Gedenkort Klinkerwerk, der 2015 eröffnet werden konnte.

 Für sein Engagement wurde Roger Bordage am 13. Juni 2014 mit dem Verdienstorden des Landes Brandenburg ausgezeichnet.


Zum letzten Mal besuchte Roger Bordage die Gedenkstätte Sachsenhausen, den Ort seines Leidens und seines Engagements, im April 2017. Aus Anlass des 72. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen traf er sich mit seinen Kameraden und Freunden und nahm
 an der Präsidiumstagung des Internationalen Sachsenhausen Komitees teil. Auf dieser Tagung wurde er erneut zum Präsidenten des ISK gewählt.

 Im Mai 2017 nahm er noch einmal an der Beiratssitzung der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück teil.

Das Internationale Sachsenhausen Komitee verliert mit Roger Bordage einen sehr geschätzten, guten und treuen Freund und einen langjährigen Mitstreiter. Er und sein reichhaltiger Erfahrungsschatz werden uns fehlen. Wir werden Roger immer in würdiger Erinnerung behalten.

Unser Mitgefühl gilt seiner lieben Frau Beatrice und der Familie.

Im Namen der Mitglieder des Präsidiums des Internationalen Sachsenhausen Komitee und des Sachsenhausen-Komitees in der Bundesrepublik Deutschland e.V.
Andreas Meyer

Stellvertretender Präsident Internationales Sachsenhausen Komitee

Vorsitzender Sachsenhausen-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e.V.


Internationales Sachsenhausen Komitee und Sachsenhausen-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e.V. trauern um Mark Tilewitsch, Ehren-Vizepräsident des Internationalen Sachsenhausen Komitees

Das Internationale Sachsenhausen Komitee und das Sachsenhausen-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e.V. trauern um ihren Ehren-Vizepräsidenten und Freund Mark Tilewitsch.

Mark Tilewitsch verstarb am 7. August 2017, im Alter von 95 Jahren in Moskau. Er gehörte zu den letzten russischen Zeitzeugen, die noch über ihre Zeit im Konzentrationslager Sachsenhausen berichten konnten.

"Dieser Verlust schmerzt uns sehr. Erst am 10. Juli haben wir seinen 95. Geburtstag gefeiert, und heute weilt er schon nicht mehr unter uns. Wir trauern um ihn und denken an ihn. Er folgte gleich auf Roger Bordage. Es ist sehr schmerzvoll, einsehen zu müssen, dass eine ganze Epoche geht, dass uns diese bewundernswerten Menschen verlassen, denen unvorstellbare Leiden zuteil wurden und die trotzdem Weltbürger und Patrioten ihrer Heimat blieben“, schrieb die Vertreterin des russischen Mitgliedsverbandes im ISK, Jelena Urman.

Mark Tilewitsch wurde am 10. Juli 1922 geboren. Gerade hatte er die Schule beendet, als er mit 18 Jahren in die Roten Armee einberufen wurde. Nur wenige Tage nach dem Überfall auf die Sowjetunion wurde er in Litauen verletzt und geriet in deutsche Kriegsgefangenschaft. Die Wehrmacht sondierte Politkommissare noch auf dem Gefechtsfeld aus und ließ sie umbringen. Mark berichtete später, dass es ein Freund war, der ihm das Abzeichen von der Uniform riss.

Mark Tilewitsch kam ins Kriegsgefangenenlager Wietzendorf. Die Gestapo suchte mithilfe der Wehrmacht und von Spitzeln unter den Gefangenen nach kommunistischen Funktionären und nach Juden. Mark Tilewitsch war beides − Politoffizier und Jude. Weil seine Eltern Atheisten waren, war er nicht beschnitten. Keiner seiner Kameraden hat ihn verraten, so dass er der Aussonderung entging und damit der Exekution.

 

Die Wehrmacht richtete im Juli 1941 das Kriegsgefangenenlager Stalag XD 310 am Rand des Truppenübungsplatzes Munster Süd ein. Zunächst ohne Unterkünfte oder andere Lagerinfrastruktur bereitzustellen, mussten hier Zehntausende sowjetische Kriegsgefangene „hausen“. Mehr als 16.000 Rotarmisten kamen dort durch Hunger, Kälte, Misshandlungen und Krankheiten ums Leben. Mark Tilewitsch kam in ein Arbeitskommando im Moor und unternahm zwei Fluchtversuche. Daraufhin wurde er formal aus der Kriegsgefangenschaft entlassen und an die Gestapo übergeben.

Von der SS wurde er 1943 in das KZ Sachsenhausen überführt. Hier wurden im Herbst 1941 bereits zehntausend Angehörige der Roten Armee durch Genickschuss ermordet. Sein Leben war gefährdet. Hinzu kam die Angst, als Jude verraten zu werden, daraus hatte er nie ein Geheimnis gemacht. Deutsche politische Häftlinge sorgten dafür, dass Mark Tilewitsch aus dem Kommando zum Entladen von Zement in das Elektrikerkommando verlegt werden konnte. Später gehörte er zum illegalen internationalen Lagerkomitee.

 

Im April 1945 wurde er von der SS gemeinsam mit tausenden Mitgefangenen auf den Todesmarsch Richtung Norden getrieben. Mark Tilewitsch verließen die Kräfte. Er kaute Baumrinde gegen den immer stärker werdenden Hunger. Zwei Kameraden entrissen ihn  dem sicheren Tod − die SS erschoss alle marschunfähigen Häftlinge – und schleppten ihn über Stunden bis zu einem Waldstück, wo sie die Nacht verbrachten. Am nächsten Morgen wurde er schließlich durch Angehörige der Roten Armee befreit.

Nach seiner Rückkehr in die Sowjetunion studierte er Journalistik. Er lebte in Moskau und war viele Jahre stellvertretender Chefredakteur der populären Automobilzeitschrift „Za Ruljom“.

 

Mark Tilewitsch war Jahrzehnte als Vertreter der Sowjetunion/Russland im Internationalen Sachsenhausen Komitee aktiv. 2015 wurde er, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr reisen durfte, zum Ehren-Vizepräsident des Internationalen Sachsenhausen Komitees ernannt.

Darüber hinaus war Mark Tilewitsch lange Jahre Mitglied des internationalen Beirats der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Bis zuletzt war er als Zeitzeuge eng mit einer Moskauer Schule verbunden, die mit ihren Schülern eine Ausstellung über das KZ Sachsenhausen erstellte. Daraus ging die Mark-Tilewitsch-Stiftung hervor.

 

Das Internationale Sachsenhausen Komitee verliert mit Mark Tilewitsch einen sehr guten, treuen und geschätzten Freund und einen langjährigen Mitstreiter. Er und sein reichhaltiger Erfahrungsschatz, seine freundliche, zugewandte Art werden uns fehlen. Wir werden Mark immer in würdiger Erinnerung behalten.

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Im Namen der Mitglieder des Präsidiums des Internationalen Sachsenhausen Komitee und des Sachsenhausen-Komitees in der Bundesrepublik Deutschland e.V.

Andreas Meyer

 

Stellvertretender Präsident Internationales Sachsenhausen Komitee

 

Vorsitzender Sachsenhausen-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e.V.


Gedenkveranstaltung und Einweihung des Denkmals für die am 11. Oktober 1944 ermordeten 27 Häftlinge.

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