Sachsenhausenlied

 

Wir schreiten fest im gleichen Schritt,
wir trotzen Not und Sorgen,
denn in uns zieht die Hoffnung mit
auf Freiheit und auf Morgen.

 

Was hinter uns, ist abgetan,
gewesen und verklungen.
Die Zukunft will den ganzen Mann,
ihr sei unser Lied gesungen.

 

Aus Esterwegen zogen wir leicht,
es liegt verlassen im Moore,
doch bald war Sachsenhausen erreicht;
es schlossen sich wieder die Tore.

 

Wir schaffen hinter Stacheldraht
mit Schwielen in den Händen
und packen zu und werden hart,
die Arbeit will nicht enden.

 

So mancher kommt, kaum einer geht,
es gehen Mond und Jahre,
und bis das ganze Lager steht,
hat mancher graue Haare.

 

Das Leben lockt hinter Drahtverhau,
wir möchten's mit Händen greifen,
dann werden unsre Kehlen rauh
und die Gedanken schweifen.

 

Text: Bernard Bästlein, Karl Fischer, Karl Wloch 1936/37

Melodie: „Die Bauern wollten Freie sein”